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PolizeiwachenAls krasse Fehlentscheidung hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die gestern von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bekanntgegebene Entscheidung kritisiert, die Lehrer in NRW bevorzugt gegen Corona zu impfen und dafür den Schutz der Polizistinnen und Polizisten nach hinten zu schieben. „Dass Erzieherinnen, die engen Kontakt zu kleinen Kindern haben, früher geimpft werden, ist richtig. Sie können sich genauso wenig wie die Polizisten, die jeden Tag draußen ihren Dienst versehen, gegen das Virus schützen. Aber das gilt nicht für die Lehrer, die Schüler auf Distanz unterrichten“, so die Gewerkschaft der Polizei.

Nach Einschätzung der GdP hat die veränderte Impfreihenfolge unmittelbare Auswirkungen auf die Sicherheit der Menschen. „Sollten wir eine dritte Welle bekommen, können die Schulen notfalls wieder geschlossen werden, bei Polizeiwachen geht das nicht.

Aktuell sind in einer Dienststelle im Kreis Soest 5 Polizeibeamte mit Corona infiziert worden. Aufgrund des erkennbaren Clusters ordnete das Gesundheitsamt für 125 Polizeibeschäftigte den PCR-Test an.

Die GdP hat Innenminister Herbert Reul (CDU) aufgefordert, unverzüglich einen konkreten Plan vorzulegen, wann welche Polizisten geimpft werden. Und wie bis dahin die Arbeitsfähigkeit der Polizei sichergestellt werden soll. „Wir haben uns bewusst nicht an der öffentlichen Diskussion beteiligt, einzelne Gruppen zu Lasten anderer Gruppen bei den Impfungen vorzuziehen, aber dass die Polizisten jetzt nach hinten geschoben werden sollen, ist ein Skandal“, kritisiert die GdP.. “Die Politik redet ständig vom Respekt gegenüber den Polizistinnen und Polizisten, aber wenn es darauf ankommt, verweigert sie ihn.“