Personalentspannung kl
Von links: Norbert Schweighöfer, Alfons Köhsmeier, Bruno Gödde, Dirk Daniel, Ralf Schütte, Bernhard Kotzem, Tim Grewing, Werner Kruse, Markus Robert u. Siegfried Pfenninger,

Präsenskonzept Flüchtlinge, zusätzliche Arbeitsstunden für die Forensik in Eickelborn, oder die terroristische Bedrohung, bedeuten zusätzliche Belastungen für die Polizisten im Kreis Soest. Die Personalsituation ist angespannt. Eins der Hauptprobleme sind die Überstunden. 2018: 36.530 Überstunden. Zum Stichtag 31.12.19 41.570 Überstunden (umgerechnet 28 Polizeibeamtenstellen)  Steigerung um 5.040 Überstunden. Darauf hat der Vorsitzende der Kreisgruppe Soest der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Siegfried Pfenninger hingewiesen.

Im Jahr 2000 war die KPB Soest mit 428 Stellen (BKV) ausgestattet. Im Vergleich zu 2020 (BKV 404) 24 Stellen weniger. Die Einstellungszahlen auf 2500 Polizisten(2019), von ursprünglich 1100 Polizisten (2007), pro Jahr, zu erhöhen, war eine richtige politische Entscheidung. Aktuell können damit nicht alle laufenden Pensionierungen ausgeglichen werden. „Deshalb sei  die Politik gut beraten für mehr Sicherheit, die Einstellungszahlen von 2500 über 2022 hinaus beizubehalten, um verlorenes Vertrauen beim Bürger zurückzugewinnen“, so Pfenninger in der GdP-Mitgliederversammlung  im Alten Brauhaus in Lippstadt.

Sorge bereitet der GdP weiterhin die steigende Gewalt gegen Polizisten im Kreis Soest. 2018 stehen 126 Widerstandshandlungen in der Statistik. 2019 sind es 136 gewesen. Im Vergleich waren es 2013 nur 69 Angriffe. Im Schnitt werden alle 2,5 Tage ein Polizist im Kreis Soest angegriffen.

Für die GdP ist die zunehmende Gewalt gegen Polizisten nicht hinnehmbar. In diesem Jahr werden die Bodycams in der Kreispolizeibehörde Soest eingeführt. Wir erhoffen uns die guten Erfahrungen, die in den anderen Bundesländern gemacht worden sind. Da ist die Zahl der Angriffe auf Polizisten zurückgegangen. Kommt es trotz der Kamera zu einem Angriff auf die Beamten, können die Angriffe festgehalten und die Täter leichter überführt werden. „Auch davon erwarten wir uns langfristig eine abschreckende Wirkung“, sagte Siegfried Pfenninger.

Zu Beginn der Versammlung wurden Dirk Daniel, Tim Grewing u. Ralf Schütte,  25 Jahre, Alfons Köhsmeier, Bruno Gödde, u. Norbert Schweighöfer, alle Jahre 40 Jahre, Werner Kruse, 50 Jahre u. Bernhard Kotzem, 65 Jahre, für die treue Mitgliedschaft geehrt.

Ferner wurde die GdP-Personalratsliste (Beamten- u. Tarifbereich) für die PR-Wahl vom 05.05. – 08.05.20 zur Wahl gestellt. Eine  Mischung aus jüngeren u. älteren Kandidatin/innen. Die Mitglieder stimmten dieser einstimmig zu. Alle Organisationseinheiten sind vertreten. „Wir sind für die PR-Wahl gut aufgestellt, auch personell“, wirkt: GdP“, so Pfenninger.

Als Gastredner nahm Markus Robert, Mitglied des geschäftsführenden GdP- Landesvorstandes, Stellung zur Digitalisierung der Polizei. Diese wird in den nächsten Jahren die Arbeit der Polizei grundlegend verändern. Von neuen Strategien zur Gefahrenabwehr über die Bekämpfung der Cyberkriminalität bis zur Verkehrsunfallaufnahme. „Bei der Digitalisierung geht es aber nicht nur um die Einführung neuer Technik, sondern die Digitalisierung muss auch für eine nachhaltige Arbeitsentlastung genutzt werden“, sagte Markus Robert.